Zerbster Volksstimme v. 03.05.2010
Spannend-hochkarätige 15. Spargel-Schälweltmeisterschaft
2700 Gramm: Sabrina Hübner holt sich den Titel zurück
Von Antje Rohm
Zerbst. "Wahnsinn!" Sabrina Hübner
freut sich einfach nur. Die 40-Jährige Walternienburgerin ist
Spargelschäl-Weltmeisterin 2010. "Ich habe so gehofft, dass ich
Bernhard Robben ablösen kann", so die Hauswirtschafterin. Denn
Sabrina Hübner ist nach 2006 zum zweiten Mal Weltmeisterin. Bernhard
Robben aus dem ostfriesischen Leer schnappte ihr 2007 den Titel weg und
gab ihn drei Jahre nicht wieder her.
2010, zur vom Zerbster
Verkehrsverein veranstalteten 15. Weltmeisterschaft, ist alles anders.
Wie es sich für einen Jubiläumsjahrgang gehört, hält der Akteure und
Publikum besonders in Atem.
Den Auftakt von am diesjährigen
Spargelfest-Wochenende insgesamt fünf Schälrunden machen am
Sonnabendvormittag vor schon zahlreich Publikum auf der sonnigen
Schloßfreiheit die Gastronomen. Die mit Zwiebelkönigin Franziska
Niekamp und Verkehrsvereins-Vorstandsmitglied Frank Zimmermann ergänzte
Riege mit Frank Schwarz, Michael Ludwig, Achilleas Tzanis sowie Tom
Hebäcker entscheidet letzterer mit 1580 Gramm für sich.
Fünf Minuten Schälzeit hat jeder
Teilnehmer. Die Spargelstangen haben dann vor den Augen der Fachjury
mit Wolfgang Ryter (Agrico Lindau) und Achim Heyer (Spargelhof Trüben)
zu bestehen.
Das geht den Vereinsvorsitzenden in
der zweiten Runde nicht anders. Ob geübt oder nicht, der Verkehrsverein
freute sich übers Mitmachen. "Wir wollen ja ganz bewusst die Vereine
stärker einbeziehen", bekräftigt der stellvertretende Vorsitzende
Jürgen Dornblut das Credo des Verkehrsvereins.
Und dessen Vorsitzender Klaus
Grigoleit geht mit bestem Beispiel voran und kann zudem seinen Vorsatz
umsetzen, "mal einen Champions-League-Sieger zu schlagen". Der steht
mit Andreas Förster von den erfolgreichen Zerbster Keglern mit auf der
Bühne, wie auch Bernd Adolph (Rolandbrüder), Hans-Jürgen Gülle
(Interessengemeinschaft Anhalt-Zerbst), Sigrun Knäbel (Wasserturm) und
Steffen Schneider (Förderverein Feuerwehr). Mit 1650 Gramm folgt Klaus
Grigoleit Tom Hebäcker ins Finale.
Ihre Gegner neben dem
qualifikationslos gesetzten Titelverteidiger Bernhard Robben und
Vorjahresvize Steffen Hinkelmann aus Stralsund werden in der
folgenden Runde ermittelt. Spätestens dort wird deutlich, auf welch
hohem Niveau die diesjährige Weltmeisterschaft ausgetragen wird.
Alexander Trommer, der Gastwirt aus
dem bayrischen Bad Wörishofen, "wollte mal an der Weltmeisterschaft
teilnehmen", von der er im Internet erfahren hat und verblüfft mit
einer schnellen wie eigenwilligen Schältechnik. Seine 2600 g waren am
Ende dieser Vorrunde zweitbestes Ergebnis hinter den 2700 g von Sabrina
Hübner und vor den 2200 g von Jaroslaw Lukowski aus Polen. Alle drei
kommen auf Grund der sehr guten Leistungen ins Finale. Mit in dieser
Runde schälen auch Rita Wittig und Ursula Zilling von den Zerbster
Karnevalisten sowie "Albrecht der Bär" Carl-Heinz Schmidt aus Bernburg.
Nicht minder engagiert schlägt sich am Sonntagnachmittag die Prominentenrunde (Bild rechts).
Dann aber das Finale. Mit dem Gongschlag geben die Moderatoren Lutz Köcher und
René Hohenstein den Wettkampf für
die sieben Teilnehmer auf der umlagerten Bühne frei. "Spargel, wir
brauchen Spargel", heißt es immer wieder, während einzelne Teilnehmer
gesondert angefeuert wurden. Viel wird geschält und die Jury hat lange
zu prüfen und zu wiegen. Spannend ists und würde knapp werden.
2700 g zeigt die Waage bei Sabrina
Hübner. Die glückliche Weltmeisterin kann sich über 250 Euro
Siegprämie, Schärpe, Orden und Blumen freuen sowie wie alle
Finalteilnehmer über eine Urkunde und weitere Präsente. Auf den
Plätzen: Steffen Hinkelmann (2580 g), Bernhard Robben (2460), Alexander
Trommer (2390), Tom Hebäcker (2200), Jaroslaw Lukowski (1920) und Klaus
Grigoleit (1640). Den geschälte Spargel, den die Teilnehmer sonst
behalten können, spenden die Finalisten für die Zerbster Tafel.