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Die Stadt Zerbst/Anhalt behält ihr Tierheim

Derzeit wird viel und sehr emotional über die Zukunft des Zerbster Tierheims diskutiert. Deshalb soll hier eine sachliche Darstellung der Stadtverwaltung erfolgen.

Bislang betreibt der Tierschutzverein Zerbst e.V. das Tierheim in der Biaser Straße in Zerbst/Anhalt. Für die Betreibung erhält der Verein seit seinem Bestehen Zuschüsse der Stadt. Diese setzen sich aus Vermittlungspauschalen für die Vermittlung von Tieren an neue Besitzer, aus Kostenübernahmen für Kastrationen und einen festen Zuschuss zu den Betriebs- und Personalkosten zusammen.

Für das Jahr 2020 standen dafür 96.900 € zur Verfügung, die voll zur Auszahlung kamen. Im August 2020 informierte der Vereinsvorstand die Stadtverwaltung, dass zur Absicherung des Betriebes für das Jahr 2020 noch mindestens 10.000 € zusätzlich benötigt werden und für das Jahr 2021 zu den 96.900 € zusätzlich 66.000 €. Ohne diese Erhöhung könnte der Verein das Tierheim nicht weiter betrieben. Der Bürgermeister hat zugesagt, die Finanzierung bis zum Jahresende durch die Bereitstellung der zusätzlichen 10.000 € zu sichern. Für die noch größere Erhöhung ist ein Beschluss des Stadtrates im Rahmen der Haushaltssatzung für das Jahr 2021 notwendig.

Damit der Stadtrat sich ein Bild über die Arbeit und die Situation im Tierheim machen kann, fand deshalb am 14. September 2020 eine Besichtigung durch die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses statt. Dabei informierte der Vorstand des Tierschutzvereins über seine Probleme. Ursächlich für den hohen Finanzbedarf sind unter anderem die Zunahme von aufgenommenen Katzen und die Probleme, diese schnell an neue Besitzer zu vermitteln. In der Folge wurde die Betriebskapazität des Tierheimes von 60 Katzen und 14 Hunden überschritten und es gab einen Tierbestand von 128 Katzen und 8 Hunden. Das hat einerseits Platzmangel für die Tiere und andererseits einen viel höheren Personalbedarf zur Folge. Der Vorstand informierte die Ausschussmitglieder darüber, dass ohne die Erhöhung im Jahr 2021 die Einrichtung geschlossen werden müsste.

Als dann durch den Landkreis trotz der Überbelegung des Tierheims durch eine Beschlagnahme 190 Hausratten in das Tierheim gebracht wurden, intervenierte die Stadt Zerbst/Anhalt beim Landkreis und forderte einen Aufnahmestopp.

Mit Schreiben vom 12.10.2020 kündigte der Tierschutzverein den bestehenden Betreibervertrag über das Tierheim außerordentlich zum 31.12.2020. Eine ordentliche Kündigung wäre erst zum 31.12. 2021 möglich gewesen. In einer gemeinsamen Beratung des Vereinsvorstandes mit dem Bürgermeister und dem Ordnungsamt am 21.10.2020 informierte der Vereinsvorstand, dass man bis zum Jahresende nicht nur den Vertrag kündige, sondern das Gelände in der Biaser Straße ohne Tiere und ohne Zwinger bzw. Katzenhäuser übergeben werde. Diese Mitteilung löste in der Stadtverwaltung Verwunderung aus, denn die Probleme des Tierschutzvereins resultieren unmittelbar aus der geringen Vermittlung von Tieren. Wenn es nun innerhalb von wenigen Wochen möglich sein soll, alle Tiere zu vermitteln, hätte es überhaupt nicht zur Notlage des Tierheims kommen müssen.

Dem Tierschutzverein wurde vom Bürgermeister das Angebot unterbreitet, die vorhandenen Zwinger durch die Stadt zu erwerben, da die Stadt beabsichtigt, das Tierheim weiter zu betreiben. Eine Beratung darüber sollte am 13. November 2020 stattfinden. Dieser Termin wurde jedoch vom Vorstand des Tierschutzvereins abgesagt, da man erst eine reguläre Mitgliederversammlung durchführen wolle. Es liegt auch die Bereitschaft der Stadt Zerbst/Anhalt vor, die Arbeitsfördermaßnahmen des Vereins fortzusetzen. Auch hier war kein Konsens zu erzielen.

Zwischenzeitlich erfolgte die Veröffentlichung einer befristet ausgeschriebenen Personalstelle zur Absicherung der Arbeit des dann kommunal geführten Tierheims. Die Befristung resultiert aus der Tatsache, dass es noch keinen formellen Beschluss des Stadtrates zur Übernahme dieser Aufgabe gibt. Die Bemessung als Teilzeitstelle wiederum basiert auf der Annahme, dass das Tierheim zunächst leer übernommen und neu eröffnet wird. Ein Aufwachsen der Stunden zur Vollzeitstelle steht damit auch in Abhängigkeit der zu betreuenden Tiere. Parallel wurde beim kommunalen Jobcenter der Antrag auf zusätzliche Arbeitsfördermaßnahmen gestellt.

Die in den Medien kursierenden Kosten von 560.000 € basieren ausschließlich auf einer Kalkulation des Tierschutzvereins unter der Maßgabe, dass neben einer Tierheimleiterstelle noch sieben weitere Personalstellen erforderlich sind. Dies wurde in der Form aber nie zwischen den bisherigen Partnern erörtert.

© Antje Rohm E-Mail

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