Museum und Sammlung Katharina II.

Museum der Stadt Zerbst, Weinberg Museum der Stadt Zerbst, Weinberg

Museum der Stadt Zerbst/Anhalt


Anschrift: Weinberg 1, 39261 Zerbst/Anhalt
Leiter: Frau Griesbach
Tel.: 03923 / 4228
Fax: 03923 / 4228
WWW: Die Bibliotheksbestände des Museums sind im Internet erfasst unter www.briseinfo.de
E-Mail: museum.zerbst@t-online.de


Öffnungszeiten

Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

(Sonderausstellungen und Schließzeiten: s. Startseite der Homepage)




Außenstelle des Museums Sammlung "Katharina II."

katharina-sammlung

   Anschrift: Schloßfreiheit 12, 39261 Zerbst/Anhalt
   

Tel. 03923 / 754-225


  

   Öffnungszeiten

   Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr (Sonderausstellungen und Schließzeiten: s. Startseite der Homepage)

   Führungen sind nach Voranmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.
   Bitte wenden Sie sich hierzu an das Museum. 



 

MUSEUM DER STADT ZERBST/ANHALT

- Entdecken Sie einen Ort voller Geschichte -

Willkommen im Museum der Stadt Zerbst/Anhalt...

Gehen sie mit uns auf Entdeckungsreise durch die Geschichte dieser Region, die reich an Exponaten ist und sich in einem historisch bedeutenden Gebäude der Stadt Zerbst/Anhalt befindet..

Die Geschichte des Franziskanerklosters am Weinberg in Zerbst/Anhalt

1210 stiftete der Kaufmann Franz von Assisi (1186-1226), der sich vom weltlichen Leben losgelassen hatte, einen Bettlerorden. Die barfüssigen Mönche in ihren braunen Kutten verkündeteten seine Lehre und der Orden breitete sich aus. Von Magdeburg kommend, begannen die Mönche mit dem Klosterbau. Vermutlich 1225 wurde die Klosterkirche dem Heiligen Johannes geweiht. Den Baugrund hatte Sophie von Barby gestiftet. Sie starb 1276. Ihr Epitaph ist im Kreuzgang zu sehen. Kirche und Kloster entstanden in unmittelbarer Nähe der Stadtmauer, wo die Ärmsten lebten. Wie alle Bauten der Franziskaner wurde auch die Kirche einschiffig und ohne Querhaus und Turm erbaut. Der Kirchenraum sollte die Geistlichen nicht von der Gemeinde trennen. Nach Süden entstanden drei Wohnhäuser, die den Kreuzgang bildeten. Das Nordportal der Kirche lässt das ursprüngliche Höhenniveau erkennen, das sich durch Aufschüttungen veränderte. Durch Zuwendungen der Bürger vermehrte sich der Reichtum der Klosters. Um 1350 wurde die Kirche in Länge und Höhe erweitert. In Richtung Süden entstanden ein zweiter Kreuzgang mit anschließenden Gebäuden. An Funktionsräumen sind nur Kapitelsaal und Refektorium nachweisbar. Mit der Durchsetzung der Reformation wurde am Kloster im September 1526 von den Brauknechten besetzt und ging in städtischen Besitz über.

...und in der Sammlung Katharina II.
Von einer anhaltischen Prinzessin zur mächtigen europäischen Herrscherin

Im Festsaal des Kavalierhauses auf der Schlossfreiheit, einer Hofbeamtenwohnung von 1707, befinden sich eine Außenstelle der Museums, die an die berühmte Zarin aus dem Zerbster Fürstenhaus erinnert. 1729 wurde sie als Prinzessin Sophie Auguste Frederike von Anhalt - Zerbst in Stettin geboren. Ihr Vater Christian August stand in preußischen Diensten als Generalfeldmarschall und Stadtkommandant in Stettin. 1742 starb die Anhalt - Zerbster Hauptlinie mit Johann August aus und der aus der Dornburger Nebenlinie stammende Christian August wurde regierender Fürst von Anhalt - Zerbst. Auf Vermittlung des preußischen Königs Friedrichs II. wurde sie 1744 zur Konsolidierung der preußisch - russischen Beziehungen mit dem russischen Thronfolger Peter verlobt, die Eheschließung erfolgte 1745. Um die Vermählung vollziehen zu können, wurde sie auf den russisch - orthodoxen Namen Katharina getauft. 1762 wurde Zar Peter III. im Zuge der Palastrevolution im Gefängnis ermordet. Katharina II. wurde im gleichen Jahr als russische Zarin gekrönt. Bis zu ihrem Tode 1796 übte sie wesentlichen Einfluss auf die europäische Politik aus.

Die Ur- und Frühgeschichte

Die ausgestellten Bodenfunde stammen aus dem Gebiet des Landkreises Zerbst. Die ältesten Stücke sind zwei in Lindau gefundenen Geröllhacken. Sie gehören in die Mittelsteinzeit und sind ca. 7000 Jahre alt. Seit der Jungsteinzeit wurde unser Gebiet ständig besiedelt. Bemerkenswert sind die Walternienburger Funde, die der Walternienburger Kultur ihren Namen gaben. Bedeutend ist der "Flötzer Trinkbecher" mit seinen reichen Verzierungen, der aus der Zeit 3000 v. Chr. stammt. Interessant sind auch die frühzeitlichen Hausurnen (1000 . 800 v. Chr.)

Das Mittelalter

Seit dem 6.Jh. n. Chr. siedelten in unserem Bereich die Slawen. Im Jahr 948 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Namens von Zerbst und wurde 1007 als befestigter Ort genannt. 1209 wurde Zerbst in einer Urkunde Otto IV. von Braunschweig als "civitas" erwähnt. Im Lehnbuch Albrechts von Anhalt gehören Teile von Zerbst zum Herrschaftsbereich Anhalts. 1385 wird der erste Roland, 1445 der heute auf dem Markt stehende Roland errichtet .
Die Butterjungfer, eines der Wahrzeichen der Stadt, ist seit 1403 bekannt. Der Sage nach soll sie Zerbst vom Zoll befreit haben. Der Heimatmaler Paul Jünemann illustrierte ein Ereignis von 1417. In diesem Jahr versuchte der Fürst, den Bierzoll zu erhöhen. Dagegen setzten sich die Bürger erfolgreich zur Wehr. Der Bierexport war damals eine der wichtigsten Einnahmequellen der Stadt.

Luther und Zerbst

Im 14./15. Jh. erlebte Zerbst seine wirtschaftliche Blüte: Bauwesen und Export; Gemüse- und Ackeranbau; prosperierendes Innungswesen sowie die elbnahe Lage begünstigen den Markt- und Handelsverkehr. Die .Alte Brade. berichtet über die städtischen Freiheiten und Aufgaben, dazu gehören: Ratswahl; Bürgerrecht, Steuerangelegenheiten, Rechtssprechung. Regelungen von Vertragsangelegenheiten bei Kauf und Verkauf von Immobilien.
Dem kirchlich - spirituellen Leben trugen drei große Kirchen, drei Klöster und andere kirchliche Einrichtungen Rechnung. Zwei Hospitäler widmeten sich der Kranken-, Armen- und Altenpflege. Finanziell wurden sie ausgestattet durch fürstliche, kirchliche, städtische und bürgerliche Stiftungen, Dotationen und Schenkungen.
Ende des 15 Jahrhunderts mehrten sich die Klagen der Bürger über die Kleriker, die ihrem Gemeindeaufbau nicht mehr genügend nachkamen. Missstimmung gab es auch über durchreisende Bettelmönche, denen der Rat den Aufenthalt verbot. Auch innerhalb des Klerus gab es Differenzen. Diese Dissonanzen im Zusammenleben von Stadt und Klöstern machte die Zerbster Bürger aufnahmebereit für die innerkirchliche Kritik und die religiöse Rückbesinnung auf das Evangelium.
Am 18. Mai 1522 predigte Luther im Augustinerkloster Zerbst vor seinen Ordensbrüdern. Luthers Predigt, vermutlich auf dem Markt, hinterließ einen tiefen Eindruck bei den Bürgern. Wenige Tage predigte er erneut in Zerbst und wurde zum Dank vom Rat der Stadt im Schützenhaus bewirtet. Überliefert ist die Einschätzung des Stiftsdekan von St. Bartholomäi, Petrus Kleinschmidt über Luther: "...er vergiftete reichlich viele Laien". Ein umfangreicher Briefwechsel zwischen Rat der Stadt und Luther bezeugt die Einflussnahme des Reformators auf die städtische Geschichte.

Die zweite Reformation

Die Confessio Augustana bildete die Grundlage der reichsrechtlichen Anerkennung des Protestantismus 1555 mit dem Augsburger Religionsfrieden. 1577entstand die an der Confession Augusta orientierte Konkordienformel, die von Anhalts Fürsten nicht unterzeichnet wurde. Damit war der Weg frei für die zweite Reformation. 1599 bekannten sich die Söhne Joachim Ernstes von Anhalt, der 1570 alle anhaltischen Landesteile in einer Hand vereinigte,  zur reformierten Konfession. Wolfgang Amling (1542-1606), seit 1573 Pfarrer und Superintendent in Zerbst, hatte mit seiner Schrift "repetitio anhaltina" wesentlich zur Durchsetzung des reformierten Bekenntnisses beitragen, sowie während seiner Lehrtätigkeit am 1582 gegründeten "Gymnasium Illustre" für die Ausbildung anhaltischer Theologen gesorgt.

Das Gymnasium Illustre

Das 1582 im ehemaligen Franziskaner Kloster gegründete Gymnasium Illustre erhielt 1584 mit der Fundationsurkunde die wirtschaftliche und wissenschaftliche Ausstattung einer anerkannten Hochschule, der eine Druckerei angeschlossen war. Die Gründung des Gymnasiums Illustre war eine Reaktion auf die lutherische Universität in Wittenberg. Zur Finanzierung wurde ein Legat des Fürsten Wolfgangs von Anhalt - Köthen aus dem Jahr 1562 herangezogen.
Die Landesteilung von 1603 nahm das Gymnasium Illustre aus dem Teilungsvertrag heraus. Unter dem Vorsitz des Seniors der fürstlichen Familie wurde das Gymnasium Illustre gemeinsam verwaltet. Während des 30-jährigen Krieges ging der Lehrbetrieb zurück. Das Gymnasium Illustre konnte den Rückschlag nicht verwinden, rückläufige Schülerzahlen, finanzielle Schwierigkeiten, einander befehlende Professoren und Baufälligkeit aller Gebäude führten 1798 zur Auflösung. Fürst Leopold Friedrich Franz von Anhalt - Dessau richtete 1803 nach umfangreichen Baumaßnahmen eine Hauptschule, das heute noch bestehende Francisceum, ein. An die Universitäts- und Schulzeit erinnert heute noch der Karzer mit seinen Inschriften.

Das Fürstentum Anhalt - Zerbst im 17. und18. Jahrhundert

Die Landesteilung von 1603 stellte die Weichen für die zukünftige Entwicklung des Landes Anhalt - Zerbst. Zerbst wurde neben Bernburg, Dessau und Köthen ein selbstständig regiertes Fürstentum. Nach dem katastrophalen 30-järigen Krieg erstarte die Macht der Fürsten. 1681 wurde mit dem Bau des Residenzschlosses begonnen, der erst 1760 beendet wurde. Wirtschaftliche Bedeutung erlangte eine 1691 gegründete Gold- und Silberwarenmanufaktur und eine seit 1721 bestehende Fayencenmanufaktur.

Breiten Raum in der höfischen Kultur hatte die Musikpflege. 36 Jahre lang wirkte der in Thüringen geborene Komponist und Kapellmeister Friedrich Fasch am Zerbster Hof. Er gehörte neben Bach und Telemann zu den bedeutendsten Komponisten seiner Zeit. Ein Gemälde erzählt vom Soldatenhandel des letzten regierenden Fürsten von Anhalt - Zerbst, Friedrich August. Er verkaufte zur Zeit der amerikanischen Befreiungskriege 1200 Untertanen an den englischen König. Mit seinem Tod 1793 starb die Linie Anhalt - Zerbst aus. Die Stadt und Teile des Landes kamen zum Fürstentum Anhalt - Dessau.

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Freitag, 18.04.2014, 12:34 Uhr