Stadt Zerbst/Anhalt

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Sonderausstellung "1950 - 1989: Der Wiederaufbau von Zerbst"

Sonderausstellung '1950 - 1989: Der Wiederaufbau von Zerbst'

Unter dem Titel „1950 - 1989: der Wiederaufbau von Zerbst“zeigt das Museum der Stadt Zerbst/Anhalt vom 9. Oktober 2020 bis zum 17. Januar 2021 eine neue Sonderausstellung.

Eröffnet wird sie am Freitag, dem 9. Oktober, um 18 Uhr. Für eine Teilnahme an der Vernissage ist vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie eine verbindliche Anmeldung im Museum der Stadt Zerbst/Anhalt, Telefon (03923) 4228 oder 485686 erforderlich. Die Anzahl der möglichen Teilnehmer ist begrenzt.

Entstanden ist die Ausstellung in Zusammenarbeit des Museums mit dem Fachbereich 3 – Architektur, Facility Management und Geoinformation der Hochschule Anhalt. Prof. Dr. Daniela Spiegel, Professorin für Baugeschichte und Denkmalpflege, wird in die Ausstellung einführen.

Sie schreibt zur Ausstellung:

Zerbst blickt auf eine bewegte, über tausendjährige Geschichte zurück. Die 1007 erstmalig als „Stadt“ urkundlich erwähnte, aber weitaus ältere Siedlung war im Mittelalter eine Metropole, die in ihrer Bedeutung den Hansestädten oder auch der Handelsstadt Leipzig keineswegs nachstand. Zerbst war über die Jahrhunderte stets ein zentraler und bedeutender Ort in Anhalt, davon zeugt auch die Um- und Ausge­staltung zu einer absolutistischen Residenz Ende des 17. Jahrhunderts. Die Auswirkungen des 30jährigen Kriegs führten zu einem wirtschaftlichen Niedergang der Stadt, von dem sie sich nie wirklich erholte. Gleichwohl war Zerbst vor dem Zweiten Weltkrieg eine, aufgrund ihres umfangreichen mittelalterlichen, renaissance- und barockzeitlichen Erbes touristisch anziehende Stadt.

Auch heute noch wird der Stadtkern von Zerbst von einer größtenteils erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer umschlossen. Darin jedoch stellt sich ein ganz anderes Bild dar, denn der überwiegende Teil der ehemaligen Altstadt wird von großforma­tigen Blöcken des DDR-zeitlichen industriellen Wohnungsbaus geprägt. Nur einzelne historische Bauten stechen als Identifikationsanker heraus, die größten und prominentesten davon sind allerdings alles andere als intakt: von
St. Bartholomäi ist nur der Chor unter Dach, bei St. Nikolai allein die Türme, und vom ehemaligen Residenzschloss steht nur noch der Ostflügel, auch er als Ruine. Sie zeugen bis heute von den großen Zerstörungen, die Zerbst im Zweiten Weltkrieg erlitt. Nach umfangreichen Bombardements und einem viertägigen Stadtbrand im April 1945 war die Fachwerkstadt zu ca. 75% zerstört.

Der anschließende Wiederaufbau war mühevoll, aber zugleich ein hoffnungsvoller Aufbruch in eine neue Zeit. Der Zukunftsglaube der Moderne, bessere Städte für bessere Menschen zu planen, führte zu radikalen Neuplanungen, die wenig Rücksicht auf überkommene Stadtstrukturen nahmen. Nicht alles davon wurde realisiert. Tatsächlich zog sich der Wiederaufbau über alle vier Dekaden der DDR hin. Somit ist die heutige Stadt auch ein Zeugnis der sich wandelnden Konzepte und Leitbilder, denen die sozialistische Stadtplanung unterworfen war.

Diese Ausstellung zeichnet die verschiedenen Etappen der Wiederaufbau-geschichte von Zerbst nach. Anhand von historischen Fotos, Plänen und Stadtmodellen wird gezeigt, wie breit das Spektrum des Gewünschten und Möglichen, Realisierten und eben auch Gescheiterten war. Erstmals wird für Zerbst die komplexe Planungsgeschichte der DDR-Zeit zusammenhängend und unter Aufarbeitung zum Teil unerschlossenen Archivmaterials dargestellt.

 

 

 

 

© Antje Rohm E-Mail