MULTIMELDIAVORTRAG DES SCHLOSSVEREINS "DER ZERBSTER SCHLOSSGARTEN UND SEINE GEBÄUDE"
27.02.2026 ab 19:00 UhrDer Zerbster Schlossgarten bildete zunächst den Rahmen für die Burg, später für das
Barockschloss. Das heutige Areal, das immer wieder Veränderungen unterzogen wurde,
blickt auf ein Bestehen von mehreren hundert Jahren zurück.
Schon in der Zeit der Renaissance existierten rings um die Burg Zier- und Nutzgärten. Mit
dem Bau des Barockschlosses ab 1681 und der Gestaltung des Umfeldes begannen der
Wandel der Residenz und deren Aufstieg zu einer der bedeutendsten hochbarocken
Schlossanlagen Mitteldeutschlands.
Der Plan zum dreiflügeligen Residenzschloss entstammte der Feder des Niederländers
Cornelis Ryckwaert. Der südlich davon gelegene Lustgarten und wassertechnische Anlagen
wurden nach den Plänen dieses ersten Baumeisters der Barockzeit in Zerbst angelegt.
Der Schweizer Giovanni Simonetti kam 1693 nach Zerbst. Er vollendete als Hofbaumeister
das Innere des Corps de logis und errichtete den westlichen Schlosstrakt. Zu den von ihm
errichteten Schlossgartengebäuden gehörten die Lustgrotte im Nordgarten, eine erste
Orangerie, das Hofgärtnerhaus, der Marstall und das Jägerhaus. Außerdem legte er den
Schlossgraben an und schuf Pläne für die Neugestaltung der Gärten. Damit gab er der
Residenz seine barocken Strukturen.
Mit Fürst Johann August begann eine neue Ära, in der sich der Schlossbezirk zu einem
barocken Juwel entwickelte. Johann Christoph Schütze, der ab 1722 Hofbaumeister war,
errichtete den Schlossturm und erweiterte den Westflügel. Außerdem gestaltete er das
Schlossgartenareal und verlieh ihm sein hochbarockes Aussehen. Es entstanden das
kostbar eingerichtete Lusthaus im Herzogin Garten, das große Reithaus mit prächtigen
Stuckaturen, ein Gewächshaus, ein Fischerhaus, das Gartenhaus der Herzogin, ein
Wagenschuppen, ein sogenannter Aloe-Turm, die imposante Hauptorangerie, das
Orangenhaus im Herzogin Garten und ein weiteres Gewächshaus. Unter Schützes Leitung
legte der Hofgärtner sämtliche Gärten in barocken Formen neu an.
Die engen Beziehungen zum preußischen Hof ermöglichten es, den Baukondukteur Johann
Friedrich Friedel nach Zerbst zu verpflichten, der den Ostflügel des Residenzschlosses
errichtete. Parallel entstanden unter dessen Leitung das Schießhaus, das Hauptwach- und
Spritzenhaus, der Eiskeller mit Pavillon, das Ananashaus und die Münze. Auch für die
Neugestaltung von Gartenbereichen und der Neuanlage von Alleen zeichnete er
verantwortlich.
Um die Mitte des 18. Jahrhunderts hatte der Schlossbezirk seine einmalige barocke
Ausformung erreicht. Die Fürsten von Anhalt-Zerbst schufen mit dem Residenzschloss einen
Repräsentationsbau hohen Ranges. In Kombination mit den eindrucksvollen
Gartengebäuden und den Lustgärten selbst entstand ein harmonisches Gesamtensemble.
Der Referent Dirk Herrmann geht auf die acht separaten Gärten des Schlossbezirkes ein.
Außerdem stellt er die acht repräsentativen, von der fürstlichen Familie genutzten Gebäude
und 16 funktionale, für die Bewirtschaftung des Hofes ausgelegte Häuser vor. Zahlreiche
Bilder entführen in die Glanzzeit des fürstlichen Hofes zu Anhalt-Zerbst.
Veranstaltungsort(e)
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Fasch-Saal der Stadthalle Zerbst/Anhalt
39261 Zerbst/Anhalt
Gartenstr. 21