Stadt Zerbst/Anhalt

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Sonderausstellung "Kriegsende 1945 - 2020"

Sonderausstellung 'Kriegsende 1945 - 2020'

75 Jahre scheinen eine lange Zeit zu sein, in der Wunden heilen können und doch sieht man der Stadt immer noch die schweren Narben an, die der 16. April vor 75 Jahren der Stadt zugefügt hat.

Das 20. Jahrhundert ist ein Zeitalter, welches von Kriegen und chauvinistischem Gebaren geprägt wurde. Der Erste Weltkrieg, die Weimarer Zeit und der schon früh in Anhalt fußfassende Nationalsozialismus haben die Weichen dafür gestellt.

Mit Hitlers Machtergreifung 1933 wurde im Deutschen Reich eine einzigartige kulturelle Vielfalt zerstört, Menschen verloren in den Konzen­trationslagern aus ethnischen, religiösen und politischen Gründen ihr Leben oder mussten ihre Heimat verlassen. 

Vor 75 Jahren, am 16. April 1945, wurde Zerbst in Schutt und Asche gelegt. Der Krieg und die Menschenverachtung, die die Deutschen nicht erst 1939 in die Welt getragen hatten, kehrten mit grausamer Härte zurück.

Die Bilder der brennenden Stadt, der Toten am Wegrand und Verschütteten in den Häusern, haben sich den Überlebenden unauslöschlich in die Erinnerung gebrannt.

Zerbst, 16. April 1945, ein schöner warmer Frühlingstag, 10.20 h. Dumpfes Motorengeräusch aus der Luft kommt der Stadt näher. An die Fenster, auf die Straße oder schnell in den Keller! Wer weiß, was richtiger ist? Da gehen die Maschinen kurz vor der Stadt tiefer auf etwa 1200 bis 1000 Meter. Vielen, die es beobachtet haben, wird alles urplötzlich klar. Da setzt auch schon die Führungsmaschine das Angriffszeichen! Wer sich dessen bewusst wurde, stürzte nun eiligst in den Luftschutzkeller. Kaum, dass er die Treppe erreicht hatte, krachte es schon. Aber wie viele wurden überrascht!

So steht es in der 1955 erschienen Chronik „Zerbst im April 1945“ – bedrückend, wenn man es liest. Und immer wieder spürbar, welche Verluste Familien, Partner erlitten haben.

Die Ruinen von St. Bartholomäi, St. Nicolai und dem Schloss mahnen uns jeden Tag, wie kostbar und zerbrechlich der Frieden ist. Auch 75 Jahre danach sprechen die Bilder unseres Alltags eine deutliche Sprache: religiöse, nationalistische Intoleranz und Gewalt gegen Andersdenkende im Großen, fehlende Bereitschaft zu einem friedlichen Miteinander im Kleinen.

 

 

 

 

 

 

© Antje Rohm E-Mail